Der Wunsch eine vorbildgerechte Drehscheibe in unserer Modellbahnanlage Spur I zu betreiben, inspirierte einige Vereinsmitglieder, eine Drehscheibe selbst zu bauen. Hierbei spielten die großen Kosten und die geringe Vorbildtreue bei einer gekauften Drehscheibe eine erhebliche Rolle für deren Eigenbau.
Außerdem sollte sie dem Vorbild entsprechende Funktionen aufweisen, wie z.B. Bedienung der Drehbewegung, optische und akustische Signale, Positionsverriegelung usw.

Nun zum Ablauf

1. Welches Vorbild wollten wir nachbauen?


Wir entschieden uns für die Drehscheibe des ehemaligen Bahnbetriebswerkes in Hamm, da das Vereinsmitglied Heiko Berkemann als Lokführer der DB diese Anlage sehr gut kannte, und uns die Sichtprüfung und Vermessung auf dem DB Gelände ermöglichte. Es wurden Fotos und grobe Zeichnungen von der 23 Meter Drehscheibe vor Ort erstellt.

   

2. Wer ist in der Lage eine Bauzeichnung zu erstellen?

In ca. 100 Stunden erstellte das Vereinsmitglied Sigfrid Hennighaus alle Detailzeichnungen für den Selbstbau.

3. Wer kann anhand dieser Zeichnungen die Drehscheibe bauen?

Diesen Part übernahm das Vereinsmitglied Dieter Ludwig. In ca. 1350 Stunden konstruierte er als verantwortlicher Leiter die Drehscheibe. Heiko Berkemann schaute ihm über die Schulter und achtete als DB Lokführer auf die Vorbildtreue. Häufig mussten fertige Zeichnungen wegen baulicher und technischer Probleme neu erstellt werden.

4. Welche Materialien wollen wir verwenden?

Die Drehscheibengrube wurde aus mehrfach geschichtet und verleimten Siebdruckplatten gefertigt. 3 dieser Platten bilden das Fundament der Drehscheibengrube. Die grob zugeschnittenen Siebdruckplatten der Drehscheibengrube mit nicht unerheblichen Abmessungen mussten ansehnlich kreisrund und plan gearbeitet werden.

Wie wollten wir diese Maßnahme realisieren?
Hier war uns die Firma E. Himpe Maschinenbau aus Bergkamen behilflich.
Der Inhaber, dem Modelleisenbahnhobby sehr zugetan, konnte mit den in seiner Werkstatt befindlichen Werkzeugen unser Problem beheben.
Die Drehbühne besteht aus gekanteten Messingblechen in Verbindung mit gekauften Messingprofilen.
Der Antrieb der Drehbühne wurde mit einem handelsüblichen 30 Watt Getriebemotor (Untersetzung 100:1, Drehmoment 25 nm) realisiert.
Der Antrieb der Verriegelung wurde ebenfalls mit einem handelsüblichen Getriebemotor gebaut. Hier eignete sich ein Schneckenantrieb in Verbindung mit Zahnstangen. Der Motor wird über Endschalter abgeschaltet.


Noch ein paar Anmerkungen zu den Funktionen:
Sie werden über einen Digitalbaustein der Firma Wagner aus München angesteuert.
Er ist kompatibel zur Central Unit 6021 von Märklin und bewirkt

1. stufenloser Rechts-/ Linkslauf der Drehbühne
2. vorbildgetreue Verriegelung nach Erreichen der Position der Drehbühne.
3. vorbildliche Signalbildansteuerung (Sh0 / Sh1)
4. Auslösen des akustischen Signals (Hupe)
5. Beleuchtung des Maschinenhaus (ein / aus)